Claudia Basrawi

XXL hat Hunger

Theater

EL DSCHIHAD

von Claudia Basrawi und Team

 

Werden wir manipuliert? Deutsche Rapper, die sich mit Propagandavideos aus Syrien melden. Angst vor Anschlägen, Angst vor Rückkehrern, Angst vor IS… oder doch alles Medienhype? Der Begriff „Dschihad“ taucht immer wieder auf, ohne dass wirklich jemand weiß, was damit genau gemeint ist. Für die einen ist Dschihad die alltägliche Bemühung, ein gottgefälliges Leben zu führen, für die anderen der bewaffnete Kampf gegen Ungläubige.

Kaum bekannt ist, dass im Ersten Weltkrieg die Idee des Dschihad in Deutschland mit ebenso großen Hoffnungen begleitet wurde, wie man sie 100 Jahre später als gefährlich einstuft. Dschihad made in Germany?

Das Deutsche Reich sah im Dschihad die Geheimwaffe gegen England und Frankreich. 1914 versuchte Kaiser Wilhelm, mit dem Aufruf zum „Heiligen Krieg“ gegen die Kolonialmächte die „ganze mohammedanische Welt zum wilden Aufstand zu entflammen“. Ein deutscher Geheimdienst machte Propaganda im Namen des Pan-Islamismus, plante Attentate, Sprengstoffanschläge, Umstürze und Sabotageakte. Muslimische Kriegsgefangene sollten im „Halbmondlager“ im Berliner Umland zum Dschihad aufgewiegelt werden. Mit den Mudschahedin führte die westliche Welt in den 1980er Jahren schließlich einen Stellvertreterkrieg gegen die Rote Armee in Afghanistan. Die Geschichte zeigt, dass im „Heiligen Krieg“ von heute islamische und westliche Strategien ineinander greifen.

Sind wir die Erben dieser Politik? Wie wird Dschihad heute instrumentalisiert, wer hat ein Interesse daran und wie funktioniert die Rekrutierungsmaschinerie?

Ein Team um die deutsch-irakische Theatermacherin Claudia Basrawi begibt sich mit Musik, Video und Performance auf eine Recherche-Mission zur Untersuchung von Propaganda und Rekrutierungen im Namen des Dschihad. Eine politisch-persönliche Erkundung zwischen gestern und heute, zwischen Bagdad und Berlin.

 

Trailer: Rebecca Riedel, Elisa Gómez Alvarez

by Claudia Basrawi and team

Are we being manipulated? German rappers reporting from Syria with propaganda videos. Fear of attacks, fear of returnees, fear of IS… or is it all just media hype? The term “jihad” keeps coming up without anyone really knowing what it actually stands for. For some, jihad means the day-to-day effort of living a life that is pleasing to God, for others it means the armed struggle against infidels.

 It is a little-known fact that in Germany during World War I the idea of the jihad was accompanied by the same amount of hope as it is regarded as dangerous one hundred years later. Jihad made in Germany?

 The German Reich considered the jihad as a secret weapon against Britain and France. In 1914 the German Emperor William II called for a “holy war” against the colonial powers, thereby trying to “incite the whole Mohammedan world for a mad uprising”. German intelligence engaged in propaganda in the name of pan-Islamism, plotted assassinations, bomb attacks, coup d’états and acts of sabotage. Muslim prisoners of war were to be instigated for the jihad in the “Half Moon camp” in the vicinity of Berlin. Finally, in the 1980s the Western world waged a proxy war against the Red Army with the mujahidin in Afghanistan. History demonstrates that in today’s “holy war”, Islamic and western strategies are intertwined.

 Are we the heirs of these politics? How is the jihad exploited today, who has a stake in it and how does the recruitment machinery work?

 A team surrounding the German-Iraqi theatre maker Claudia Basrawi embarks on a research mission using music, video and performance to examine propaganda and recruitment in the name of jihad. It is a political and personal exploration between yesterday and today, between Baghdad and Berlin.

Co-produced by Ballhaus Naunynstraße and 400asa Sektion Nord. First production funded by the Capital Cultural Fund with the support of 400asa Sektion Süd.

Regie/Claudia Basrawi (Assistenz/Jacqueline Aslan)
Bühne / Kostüm / Video: Rebecca Riedel/ Patricia Talacko (Assistenz/ Elisa Gomez Alvarez/Cheng Ting Chen)
Musik/Gina D’Orio
Dramaturgie/Azar Mortazavi/Katja Wenzel( Assistenz/Selina Stritzel)
Mit/Elmira Bahrami/Claudia Basrawi/Erdinç Güler/Mario Mentrup/Rahel Savoldelli
2.-5.12.2015/ Murat Dikenci
Produktionsleitung/Christine Nicod

Konzeptionelle Mitarbeit/Samuel Schwarz

Uraufführung 1. September 2015

 

 

FLOW/WASSER

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Trailer Video auf Vimeo: FLOW/WASSER


Ein Theaterprojekt von 400asa Sektion Nord

Das Kollektiv 400asa zählt im deutschsprachigen Raum zu den wichtigsten politischen TheatermacherInnen und erfindet in seinen Projekten immer wieder neue theatrale Formen. Seit 2009 gibt es 400asa Sektion Nord, zu deren Kern die Autorin Claudia Basrawi und der Musiker Ted Gaier gehören.

Warum flirten mit wir nur dem Irrationalen, anstatt uns darauf einzulassen? Diese Frage stellte sich 400asa Sektion Nord mit dem Projekt „Flow/Wasser“. Dieser alles durchströmende Stoff, der sich nutzen und verwerten lässt, aber immer die Oberhand behält war Gegenstand unseres Theaterprojekts. Wir thematisierten die Entfremdung des Menschen zu dieser Urkraft und die daraus resultierenden Gefühle von Vereinzelung und Verhärtung. Es geht um Zähmung, Routine und den gleichenzeitigen Rückfall in längst überkommene Beziehungsmuster. „Wasser“ steht hier sinnbildhaft nicht nur als Gegenmodel zu einer starren Geisteshaltung, es fließt auch immer wieder in den Verlauf der Handlung ein, sowohl symbolisch als auch als Medium und Forschungsobjekt.

Historisch gesehen gaben die ersten Bewässerungssysteme einen wesentlichen Impuls zur Bildung organisierter gesellschaftlicher Strukturen. „Wasser“ ist ein Plädoyer dafür, sich von dem Irrglauben zu lösen, dies sei ein dem Menschen gegenüberstehender fremder Stoff, ein Ökosystem und damit Beobachterkonstruiertes, gedankliches Isolat – oder Wasser sei eine Handelsware, in Hülle und Fülle vorhanden, und könne als Sammelbecken für Müll missbraucht werden.

Eine Produktion von 400asa in Zusammenarbeit mit der Kaserne Basel und den Sophiensaelen Berlin.

MIT Claudia Basrawi, Gina D’Orio, Ted Gaier, Erdinç Güler, Mario Mentrup, Yoshii Riesen, Anton Spielmann, Wanda Wylowa KONZEPT, TEXT Claudia Basrawi, Ted Gaier, Samuel Schwarz REGIE Samuel Schwarz MUSIK Gina D’Orio, Ted Gaier CHOREOGRAFIE, BEWEGUNGSTRAINING Gotta Depri BÜHNE, LICHT Philipp Stengele KOSTÜME Ivana Milos PRODUKTIONSLEITUNG Anna Bergel

ASSISTENZ REGIE Lena Trummer  ASSISTENZ KOSTÜME Dorothee Bach KAMERA Anton Spielmann

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DER SUMPF/EUROPA STUNDE NULL

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Ein Theaterprojekt von 400asa Sektion Nord

Ankündigung Sophiensaele Format: Busfahrt

Der Sumpf/ Europa Stunde Null ist ein Projekt über The Wall von Pink Floyd und über die Ereignisse von 1990. Es ist eine Zeitreise über Erinnerungen, Wurmlöcher, melancholische Ebenen und über eine riesige, gewaltige Verschwörung, die schon 1973 begann. Wo standen wir eigentlich im Sommer 1990? Auf einem Brachland ohne Ideologien und Orientierung? Oder am Beginn einer neuen Weltordnung mit neuen Feindbildern und neuen Kriegen? Sie nannten es ?Volksaufstand, das Ereignis, das im Jahre 1989 innerhalb weniger Monate die DDR hinwegfegte. 1990 kam dann die D-Mark und Der Spiegel titelte: Gelingt es der Bundesrepublik, die DDR schnell aus dem Sumpf zu ziehen? Oder versinkt das östliche Deutschland erst mal noch tiefer im Morast?? In Wien gab es Verhandlungen zwischen den Staaten der Nato und des Warschauer Pakts über einen Truppenabbau zwischen Atlantik und Ural. Am 21. Juli 1990 brachte dann Roger Waters, der Architekt, seine Styropor-Mauer zu Fall, in Berlin auf dem Potsdamer Platz, wo früher die echte Mauer stand. Und es gab einen neuen Krieg im Nahen Osten, der am 2. August 1990 mit dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait begann. Die abstrakte Bedeutung des Phänomens The Wall, des bislang größten Konzerts in der Geschichte der Rockmusik, ist das zentrale Motiv von Der Sumpf. Europa Stunde Null. Wir begeben uns auf eine psychedelische Busfahrt an unbekannte Orte, sehen in die Zukunft und erkunden das feinmaschige Netz aus Erinnern, Vergessen und Verdrängen.
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„Es ist ein Theater der Wahrheit. Ein Theater, wie es besser nicht geht.“
(Kristof Schreuf, Junge Welt, 01.10.2009)
„Der Sumpf. Europa Stunde Null? ist ein aufwendiges und spezielles Theaterereignis, das im Hof der Sophiensaele beginnt. Die Bühne ist das nächtliche Berlin. […] Das Drama entwickelt sich vornehmlich im Kopf des Betrachters, in freier Assoziation der an den Stoppstellen gezeigten Episoden mit den Ereignissen im Bus sowie den Zufallsbegegnungen mit dem nächtlichen Berlin. Diese Sensibilisierung der Wahrnehmung ist eine Qualität des Abends.“(Tom Mustroph, Neues Deutschland, 02.10.2009)
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Konzept/Text: Claudia Basrawi, Paolo Fusi, Ted Gaier, Samuel Schwarz
Regie: Samuel Schwarz
Musik: Paolo Fusi, Ted Gaier, Gina D´Orio
Korrepetition: Martin Gantenbein
Bühne/Kostüme: Cristina Nyffeler
Licht: Philipp Stengele
Produktionsleitung: Anna Bergel
Produktionsleitung Zürich: Michael Röhrenbach
Logistik: Peter Weiss
Assistenz Regie: Deborah Neininger
Assistenz Bühne / Kostüme: Dorothee Bach, Andrea Urbutt
Assistenz Produktion: Maximilian FischerMit: Claudia Basrawi, Anna Bergel, Gina D?Orio, Paolo Fusi, Ted Gaier, Erdinç Güler, Christopher Novak, Yoshii Riesen
Stimme im Bus: Heinrich Dubel, Autor von Helicopter Hysterie (MaasMedia)
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Für dieses Projekt gründeten die Autorin Claudia Basrawi, der Musiker Ted Gaier und der Regisseur Samuel Schwarz die Spin-Off-Gruppe 400asa Sektion Nord.www.400asa.ch
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Eine Produktion von 400asa Sektion Nord, donaufestival.at und Sophiensaele.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung und des Präsidialdepartments der Stadt Zürich.
Mit freundlicher Unterstützung von LED LENSER by Zweibrüder Optoelectronics GmbH, Spree Automobil-Vertriebs-GmbH und Co KG und B+P Gerüstbau GmbH.
Mit freundlicher Unterstützung von ByteFM.
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Fotos : Benjakon und Claudia Basrawi

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