13.11.2013 Von David geträumt. Er hatte einen Tisch am Strand, auf dem verschiedene Schalen mit Essen standen – frische Sachen, Obst in Stücke geschnitten. Erstaunlicherweise, für mich die Träumende, waren außer ihm noch weitere bekannte Künstler anwesend, die ihm alle in gewisser Weise ähnlich sahen – Tilda Swinton natürlich.

Ich ging relativ locker mit David Bowie um und er auch mit mir. Obwohl, er war etwas zurückhaltend und auch geheimnisvoll. Er wollte mich zu einem Segeltörn einladen, musste dafür jedoch erst Bretter zusammensuchen, die er dann in das Segelboot legte, das aber nicht an der Küste eines Meeres lag, sondern in einem großen, unübersichtlichen Raum in seinem Haus oder seiner Wohnung. Er trug übrigens eine cremeweiße Bundfaltenhose, einen weißen Pullunder und ein grünes Hemd, von dem nur der Kragen zu sehen war. Sein Haar schimmerte Orange, eben genauso, wie man es an ihm von früher gewohnt war.

Zum Segeln kam es nicht. David saß mit mir vor der Tür seines Hauses und schüttete mir sein Herz aus. Er erzählte, dass ihn alle immer wieder auffordern würden, etwas zu singen oder auf der Gitarre zu spielen, und dass er das aber nicht wolle. Ich sagte daraufhin, ohne zu überlegen: „Dann sollen sie sich doch gleich Deine Platten kaufen.“ „Genau“, sagte er. „Außerdem kann man sich das doch nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln“, fügte ich hinzu. „Nein“, sagte er, „solche Dinge entstehen im Gegenteil nur, wenn man sich in den Arm kneift.“

Wir gingen dann noch eine Weile spazieren. Ich fühlte mich geehrt durch das Vertrauen, das er mir entgegenbrachte. Gleichzeitig hatte ich aber auch ein Minderwertigkeitsgefühl, wegen meiner Kleidung und meiner Frisur – Jeans, Pullover und dann dieser Topfhaarschnitt.

 

 

 

Meine Persona – es gibt da eine mehr oder weniger starke Identifikation mit David Bowie. Anfang der 1980 Jahre (1983/1984) arbeitete ich in der Ausstellung „Der Hang zum Gesamtkunstwerk“ von Harald Szeemann.  Wir ließen uns eines Nachts einschließen und drehten dann diesen Film auf Super 8. Ich spielte damals tatsächlich Saxophon. Die Kunstwerke, die in dem Film zu sehen sind:  der Merzbau von Kurt Schwitters, rekonstruiert von dem Schweizer Bühnenbildner Peter Bissiger, das Holzmodel des Monuments der Dritten Internationale 0 10 (russisch: Проект памятника III Коммунистического Интернационала) oder auch Tatlin-Turm des russischen Künstlers Wladimir Jewgrafowitsch Tatlin aus dem Jahr 1917, eine Licht-Raum-Modulation von  László Moholy-Nagy und dann ein Raum mit einem Kamin und Beschriftungen an Wand und Boden. (Leider weiß ich gerade nicht, wessen Werk das war)

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